Ausbildungsbonus:

Wichtiger Baustein sozialdemokratischer Ausbildungspolitik

Wolfgang Grotthaus ist Mitglied des Deutschen Bundestags für den Wahlkreis Oberhausen und stellvertretender Vorsitzender der Oberhausener SPD

Wolfgang Grotthaus ist Mitglied des Deutschen Bundestags für den Wahlkreis Oberhausen und stellvertretender Vorsitzender der Oberhausener SPD

Anlässlich des am 20.2.08 vom Bundeskabinett beschlossenen Gesetzentwurfs zum Ausbildungsbonus erklärt der stellvertretende arbeits- und sozialpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Wolfgang Grotthaus:

Die SPD macht Tempo bei der gezielten Förderung benachteiligter Jugendlicher: Nur wenige Wochen nach der Ankündigung im Rahmen der Qualifizierungsinitiative hat Bundesarbeitsminister Olaf Scholz den Ausbildungsbonus und den Ausbau der Berufseinstiegsbegleitung in Gesetzesform gegossen.

Mit dem Kabinettbeschluss ist nun ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der Altbewerber-Initiative der SPD gemacht. Das ist gut für die jungen Menschen, die bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz schon mehrfach leer ausgegangen sind. Rund 690 Millionen Euro sollen zusätzlich in die Zukunftschancen von Jugendlichen investiert werden.

Die geplanten neuen Instrumente im Arbeitsförderungsrecht setzen zielgenau bei den Problemgruppen am Ausbildungsmarkt an: Jugendliche ohne Schulabschluss, Haupt- und Sonderschüler, leistungsschwächere Realschulabgänger, Jugendliche, die sich schon sehr lange vergeblich um Ausbildung bemühen, sozial benachteiligte Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, schwerbehinderte Bewerberinnen und Bewerber – all diese Jugendlichen bleiben viel zu oft in endlosen Warteschleifen hängen, brechen nicht selten die Suche nach einer Lehrstelle ab und landen in prekärer, unqualifizierter Beschäftigung oder Arbeitslosigkeit.

Mit dem Ausbildungsbonus werden wir diesen jungen Menschen neue Perspektiven geben und einen wichtigen Beitrag zum Abbau der hohen Altnachfrage am Ausbildungsmarkt leisten. Wir fördern Ausbildung statt Warteschleifen, beugen Arbeitslosigkeit vor und aktivieren zusätzliche Lehrstellen. Das ist bildungspolitisch zielführend, sozialpolitisch nachhaltig und wirtschaftspolitisch vernünftig. Kein junger Mensch darf zurückgelassen werden. Alle Jugendlichen brauchen gute Chancen für ihre Zukunft. Und die Wirtschaft braucht qualifizierten Fachkräftenachwuchs. Deswegen ist es unser Ziel, mit dem Ausbildungsbonus in den kommenden drei Jahren rund 100.000 benachteiligte Altbewerberinnen und Altbewerber in betriebliche Ausbildung zu bringen.

Der Bonus ist eine zeitlich befristete Sondermaßnahme. Er wird nur für zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze gezahlt und enthält eine klare, nach Bedürftigkeit gestaffelte Bestimmung der Zielgruppen. Anregungen nicht zuletzt von Gewerkschaftsseite zur Konkretisierung der Zielgruppen sind bereits berücksichtigt worden.

Der Ausbildungsbonus ist Teil eines Gesamtkonzepts. Neben dem Bonus gehören dazu auch praktische Ausbildungshilfen für Betriebe und die individuelle Begleitung von Schülerinnen und Schülern in Ausbildung:

Erstens: Wir werden die Berufseinstiegsbegleitung zur individuellen Unterstützung junger Menschen beim Übergang von der Schule in Ausbildung als neues Förderinstrument einführen. Damit wollen wir Jugendliche gezielt und frühzeitig unterstützen, die voraussichtlich Schwierigkeiten haben werden, den Abschluss der allgemein bildenden Schule zu erreichen und den Übergang in eine berufliche Ausbildung zu bewältigen. Vorbild sind die vielen erfolgreichen Ausbildungspatenschaftsprojekte von Verbänden, Vereinen, Kirchen, Gewerkschaften und anderen Organisationen.

Zweitens: Ausbildungsbegleitende Hilfen, sozialpädagogische Betreuung, externes Ausbildungsmanagement – die Angebote zur Unterstützung der betrieblichen Ausbildung benachteiligter Jugendlicher in der täglichen Ausbildungspraxis sind vielfältig. Wir wollen diese praktischen Ausbildungshilfen intensivieren und appellieren an die Unternehmen, von den Unterstützungsangeboten verstärkt Gebrauch zu machen.

Der Gesetzentwurf von Arbeitsminister Olaf Scholz ist ein weiterer wichtiger Baustein sozialdemokratischer Ausbildungspolitik, die die Bildungschancen aller Jugendlichen im Blick hat und die differenzierten Problemlagen am Ausbildungsmarkt mit einem umfassenden Instrumentarium zielgenauer Maßnahmen entschlossen anpackt.

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