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2. Termin der SPD-Sommerschule:

Neues Leben für Schacht IV

Über 70 Bürgerinnen und Bürger informierten sich beim zweiten Termin der diesjährigen Sommerschule über die Planungen für das Schacht-IV-Gelände

Über 70 Bürgerinnen und Bürger informierten sich beim zweiten Termin der diesjährigen Sommerschule über die Planungen für das Schacht-IV-Gelände

Vor über 70 Teilnehmern der SPD-Sommerschule stellte Planungsdezernent Peter Klunk gestern die Pläne für das Schacht-IV-Gelände im Osterfelder Ortsteil Königshardt vor. Wohnen und Pflege sollen in die markanten Zechengebäude zukünftig Einzug halten. „Pläne für eine Nutzung des Schachtgeländes gab es bereits einige,“ räumte Peter Klunk gleich zu Anfang ein, „bislang aber scheiterte deren Verwirklichung immer am gültigen Bergrecht, dem das Grundstück unterliegt.“

Seitens des Bergbaus besteht kein Interesse am Erhalt der historischen Zechengebäude. Ein Abrissantrag für Förderturm und Waschkaue liegt der Stadt seit Jahren vor. Allein die Genehmigung ist bisher nicht erfolgt. „Für uns nämlich gab es nie einen Zweifel daran“, erläuterte Klunk, „dass die historische Bausubstanz bewahrt und einer neuen Nutzung zugeführt werden muss.“ Vor allem der Förderturm ist ein industriearchitektonisches Kleinod. Optisch den wuchtigen Malakow-Türmen nachempfungen, entspricht seine Bauweise mit ausgemauertem Stahlfachwerk der des Weltkulturerbes Zeche Zollverein und soll ihr sogar als Vorbild gedient haben. Nach dem Ende des Zechenbetriebs 1992 wurden die Gebäude unter Denkmalschutz gestellt. Eine wirtschaftlich tragfähige Nachfolgenutzung suchte man bisher aber vergebens. Das scheint sich nun geändert zu haben.

Bereits vor einigen Wochen wurde das Grundstück verkauft an einen privaten Projektentwickler, der dort die Errichtung von zweistöckigen Reihenhäusern plant. Auch hinter der Fassade der Waschkaue sollen 10 Wohnungen entstehen. Der hoch aufragende Förderturm soll Ankerpunkt eines Wohn- und Pflegezentrums für rund 80 Senioren werden. Vorgesehen ist dabei allerdings, nur die beiden unteren Geschosse des Turms tatsächlich zu nutzen. Die oberen Stockwerke sollen lediglich stabilisiert werden.

„Der vollständige Innenausbau des Turms wäre extrem teuer“, sagte Klunk. „Allein um die Standfestigkeit dauerhaft zu gewährleisten, muss über eine halbe Million Euro investiert werden.“ Angeschlossen werden soll das neue Wohnquartier mit zwei Stichstraßen, die auf den Förderturm zulaufen und dort enden. Durchgangsverkehr wird lediglich für Fußgänger und Radfahrer möglich sein. Das Schachtgelände soll sich damit nahtlos einfügen in den Freizeitraum rund um das Außengelände der St. Antony-Hütte und das Elpenbachtal.

Diese Aussicht freut besonders Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Pflugbeil: „Die Erschließung des Schacht-IV-Geländes ist ein wichtiger Baustein für die Stadtteilentwicklung Osterfelds. Im Zusammenspiel mit dem neuen industriearchäologischen Park und dem Elpenbachpark kann dieses Projekt zu einer nachhaltigen Aufwertung des gesamten Ortsteils führen.“ Bis dahin aber wird es mindestens noch 18 Monate dauern. Dann wird frühestens gültiges Baurecht vorliegen. Bis dahin muss die Entlassung des Zechengeländes aus der Bergeaufsicht betrieben werden und auch die Anwohner sollen Gelegenheit bekommen, in einem Beteiligungsverfahren Einfluss zu nehmen auf die Wiederbelebung von Schacht IV.

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