Hitzeschutz zur Chefsache machen:

Hitzekabinett der Landesregierung unverzüglich einsetzen

Die Folgen der jüngsten Hitzewellen in Nordrhein-Westfalen haben ein dramatisches Ausmaß erreicht. Nach aktuellen Berechnungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind allein bis Ende Juni 2026 bereits rund 1.230 Menschen in Nordrhein-Westfalen infolge extremer Hitze gestorben. Das sind bereits viermal so viele hitzebedingte Todesfälle wie im gesamten Jahr 2025, obwohl der Sommer erst begonnen hat. Bundesweit geht das RKI für denselben Zeitraum von mehr als 5.100 hitzebedingten Sterbefällen aus.

Mit der hohen Zahl an Hitzetoten hat sich im Verlauf dieser Woche eine neue Relevanz der Gefahr von unzureichendem Hitzeschutz in NRW gezeigt. Das muss die Landesregierung spätestens jetzt zum Anlass nehmen, ein Hitzekabinett einzurichten. Die vergangenen Hitzewellen haben die Belastungsgrenzen von Gesundheitswesen, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdiensten und Kommunen sichtbar gemacht. Auch in Schulen und Kitas haben die Schüler/-innen bzw. Kinder sowie die Lehrer/-innen und die Beschäftigten unter der Hitze zu leiden.

Hitze ist längst zu einer der größten gesundheitlichen Gefahren in Nordrhein-Westfalen geworden. Die Bewältigung dieser Herausforderung erfordert ein koordiniertes Handeln aller betroffenen Ressorts der Landesregierung. Angesichts der aktuellen Entwicklung besteht akuter Handlungsbedarf.

Vor diesem Hintergrund ist es dringend geboten, ein unverzügliches und ressortübergreifendes Krisenmanagement der Landesregierung auf den Weg zu bringen. Gefährdete Bevölkerungsgruppen und die Kommunen müssen bei der Umsetzung wirksamer Hitzeschutzmaßnahmen Unterstützung erhalten wie zum Beispiel flächendeckende Hitze-Warnsystemen, Schutzmaßnahmen für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder, Obdachlose und pflegebedürftige Personen, der Ausbau eines niedrigschwelligen und mehrsprachigen Hitzewarnsystems in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst und den Kommunen, gezielte Informationskampagnen zu Hitzeschutz und Gesundheitsrisiken, die Förderung von Trinkwasserspendern, begrünten Rückzugsorten („Cooling-Zones“) und temporären Hitzeschutzräumen im öffentlichen Raum, Unterstützung der Kommunen bei Entsiegelung und Stadtbegrünung im Rahmen der Klimaanpassung.

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