Zur jüngsten Preiserhöhung des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) zum 01.06.2026 finden die Oberhausener SPD-Seniorinnen und -Senioren klare Worte:
Die AG 60plus der SPD hat mit Bestürzung die Preiserhöhung des VRR zum 01.06.2026 zur Kenntnis genommen. Diese Erhöhung trifft besonders stark die sozial benachteiligten und älteren Menschen in Oberhausen. Der Preis von 3,80 EUR für ein Einzelticket nur im ausgewiesenen Stadtgebiet ist nicht hinnehmbar und schlichtweg verantwortungslos gegenüber den zuvor genannten Personenkreisen. Für diese Gruppen gibt es nahezu keine preiswerten Alternativen, um sich innerhalb der Stadtgrenzen von Oberhausen mit dem ÖPNV fortzubewegen.
Die Möglichkeit des Eezy-Tickets ist für viele ältere Menschen nicht relevant, da viele nicht über ein Smartphone verfügen, um die dazugehörige App herunterladen zu können. Hier wurde offensichtlich nicht an eine weitsichtige Lösung gedacht.
In anderen Verkehrsverbünden wie dem Verkehrsverbund Ems-Jade scheinen die Verantwortlichen deutlich mehr Überlegungen zu einem individueller gestalteten Tarifsystem angestellt zu haben. Beispielsweise kostet ein Einzelticket dort nur 3,00 EUR, während ein Viererticket 10,00 EUR kostet.
Senioren haben die Option, eine Senioren-Card für einmalig 30,00 EUR pro Jahr zu erwerben, was ihnen eine Ermäßigung von 30 Prozent auf Einzelfahrten ermöglicht. Touristen, die beispielsweise eine örtliche Kurkarte besitzen, zahlen das ganze Jahr über pro Strecke nur 1,00 EUR. Es ist also durchaus möglich, ein sinnvolles Tarifsystem durch ein gewisses Maß an Kreativität zu schaffen.
Wenn man sich die umliegenden Nachbarländer ansieht, fällt Folgendes auf:
- In den Niederlanden erhalten Personen ab 65 Jahren einen Rabatt von 34 Prozent auf den regulären Fahrpreis in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen.
- In Belgien kostet es für Personen ab 65 Jahren nur 71,00 EUR im Jahr.
- Und in Österreich bekommen Senioren mit einer ÖBB Vorteilscard Senior einen Rabatt von 50 Prozent auf ein Standardticket. In Wien beispielsweise kostet ein Senioreneinzelfahrschein im Vorverkauf nur 1,50 EUR.
- Wenn man seinen Blick noch weiter in die Türkei richtet, stellt man fest, dass Senioren ab 65 Jahren mit türkischer Staatsbürgerschaft dort die städtischen Verkehrsmittel kostenlos nutzen können.
Es ist also sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene möglich, attraktive Tarife für Senioren anzubieten.
Die AG 60 Plus der SPD Oberhausen ist der Auffassung, dass der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr in Zusammenarbeit mit allen betroffenen Städten, natürlich auch Oberhausen, dringend ein anderes, ansprechenderes Modell für die SeniorInnen entwickeln sollte.
Dies könnte zu einer besseren Auslastung des ÖPNV beitragen und ein probates Mittel gegen die Nutzung von Taxis, Minicars oder Mietwagen (Uber, Bolt) sein.
Die Erhöhung ist auch klimapolitisch widersprüchlich, da höhere Ticketpreise abschreckend für den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr wirken, den Individualverkehr stärken und damit gegen die gesteckten Klimaziele wirken.
Zudem gefährdet eine Verdoppelung des Fahrpreises die regionale Mobilität für kurze Strecken zwischen den Nachbarstädten und untergräbt die Idee eines vernetzten und bezahlbaren Nahverkehrs in der Region.
Die neuen Fahrpreise sind sozial ungerecht, wirtschaftlich fragwürdig und ökologisch kontraproduktiv.

