Sandra Jungmaier:

SPD-Ortsverein Oberhausen-West setzt sich für Erhalt der Friedhöfe in den Stadtteilen ein

Sandra Jungmaier ist Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Oberhausen-West

Die SPD Oberhausen-West kritisiert Überlegungen der örtlichen CDU, bis zu 50 Hektar der städtischen Friedhofsflächen in sogenannte “stille Parks” umzuwandeln. Was zunächst idyllisch klinge, bedeute in der Realität nichts anderes als das Wegrationalisieren von Grabflächen in einer Größenordnung von fast 70 Fußballfeldern, sagt Sandra Jungmaier, Vorsitzende der SPD in Alstaden und Lirich. Sie sieht in dem Vorschlag lediglich eine lyrisch verbrämte Sparmaßnahme, die wieder einmal zu Lasten der Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger in den Stadtteilen gehe.

Wo heute noch ältere Menschen wohnortnah die Gräber ihrer nahen Angehörigen besuchen könnten, würde man dann im Sterbefall eine Grabfläche irgendwo im Stadtgebiet angeboten bekommen. Ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Beispiel aus Alstaden müssten sich dann unter Umständen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, die mal eine bessere und mal eine schlechtere Verbindung bieten, auf den Weg ans andere Ende der Stadt machen, um dort die Gräber Ihrer Angehörigen zu pflegen.

Ähnliche Probleme gebe es heute schon, wenn junge Familien dringend Kindergartenplätze bräuchten oder ihr Kind gar an einer Gesamtschule anmelden wollten. “Vor unserer Haustür haben wir dafür verwaiste Grünflächen, die entweder ganz aus der Grünpflege herausgenommen werden oder bei denen nur spärlich Pflegedurchgänge beauftragt werden, weil man schließlich sparen möchte”, so Sandra Jungmaier.

Die CDU begründe ihre Entscheidung damit, dass der Anteil der Feuerbestattungen zunehme und perspektivisch davon auszugehen sei, dass weit weniger Fläche für Erdbestattungen benötigt würde. Dass man mit solchen Prognosen aber auch schnell Schiffbruch erleiden könne, zeigten aktuell z. B. die Fehleinschätzungen hinsichtlich der tatsächlich benötigten Schul- und Kindergartenplätze in Oberhausen.

“Die Feuerbestattung liegt nicht zuletzt deshalb im Trend, weil viele Menschen sich eine Erdbestattung nicht leisten können, obwohl die Kosten dafür in Oberhausen weit unter den Kosten liegen, die in vielen Nachbarstätten zu zahlen sind. Das war noch ein Erfolg des ehemaligen Oberbürgermeisters Klaus Wehling, der dies in Verhandlungen mit der für das Friedhofswesen zuständigen OGM GmbH erreicht hatte”, stellt Jungmaier fest.

Jetzt werde die OGM bekanntlich in einen städtischen Eigenbetrieb umgewandelt. Angeblich rechne die Stadt dann mit 5 Mio. EUR Einsparungen. Wie sich diese Umstrukturierung künftig auf die Friedhofsgebühren auswirken werde, bleibe jedoch abzuwarten.

Für den SPD-Ortsverein Oberhausen West seien eine gute Nahversorgung und Infrastruktur in den Stadtteilen von zentraler Bedeutung für die Lebensqualität der Menschen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

“Und eine gute Infrastruktur vor der Haustüre kommt insbesondere den älteren Mitbürgern, Kindern und Familien zu Gute, die in der Regel nicht so mobil sind. Für die SPD in Alstaden und Lirich heißt das auch: Die Friedhöfe in den Stadtteilen müssen erhalten bleiben”, so Jungmaier abschließend.

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