Inklusion:

Diskussion über eine gemeinsame Schule

Die beiden Landtagsabgeordneten Wolfgang Große Brömer und Stefan Zimkeit informierten über das Thema

Die beiden Landtagsabgeordneten Wolfgang Große Brömer und Stefan Zimkeit informierten über das Thema „Inklusion“

„Die gemeinsame Schule für behinderte und nicht-behinderte Kinder ist unser Ziel“, sagte Wolfgang Große Brömer, Vorsitzender des Landtags-Schulausschusses. Zusammen mit Stefan Zimkeit hatte er Lehrer, Personalräte, Eltern und Schulträger aus Dinslaken und Oberhausen eingeladen, um die anstehende Änderung des Schulgesetzes zu diskutieren. Ab dem Schuljahr 2014/15 habe jedes behinderte Kind das Recht, ab dem 1. oder 5. Schuljahr eine allgemeine Schule zu besuchen, erläuterte Große Brömer. Deutschland sei durch die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, auch im Schulbereich für die Inklusion zu sorgen. „Wir werden dafür 2000 zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung stellen“, so Wolfgang Große Brömer. Hinzu kämen 300 Moderatoren sowie 2500 Weiterbildungskurse für die heutigen Lehrkräfte. Gleichzeitig versprach der SPD-Landtagsabgeordnete 500 zusätzliche Studienplätze für Sonderpädagogen.

Vertreter der GEW machten deutlich, dass die Inklusion nur mit einer angemessene Personalausstattung gelingen kann und kritisierten, dass noch nicht klar sei, wie das zusätzliche Personal auf die Schulen verteilt wird. „Die Anlage ist gut, die Zielvorgaben sind gut“, hieß es in der Diskussion aus den Reihen der Personalräte, die jedoch befürchten, dass die Inklusion der Haushaltssanierung diene. Der SPD-Finanzexperte Stefan Zimkeit konnte diese Sorge ausräumen: „Selbst in einer armen Stadt wird mehr Geld zu Verfügung stehen. Darauf können Sie sich verlassen.“ Wolfgang Große Brömer ergänzte: „Wir werden darauf achten, dass es keine Schieflage gibt, weil es arme und reiche Städte gibt.“

Eltern und Lehrkräfte von Grundschulen berichteten, dass bereits jetzt ein zunehmendes Interesse an der Integration im gemeinsamen Unterricht bestehe und deswegen Engpässe beim sonderpädagogischen Fachpersonal bestünden. Große Brömer zeigte Verständnis für diese Kritik und betonte, dass für das Gelingen der Inklusion ausreichende Mittel und die Qualität entscheidend sei. „Inklusion gibt es nicht zum Nulltarif. Für einen hochwertigen inklusiven Unterricht wird es höheren Raumbedarf geben“, nannte er ein Beispiel.

Die Veranstaltung im Schmachtendorfer Gemeindezentrum war bereits die dritte Diskussionsrunde, die Große Brömer und Zimkeit zu diesem Thema veranstaltet haben. „Das zeigt den großen Gesprächsbedarf“, stellte der SPD-Abgeordnete Zimkeit fest. Nachdem die Einbringung des Gesetzes um ein Jahr verschoben wurde, rechnet Große Brömer jetzt mit einer Verabschiedung in diesem Herbst. „Wir sind gerne bereit, Anregungen entgegenzunehmen und in Düsseldorf in die laufende Beratung einzubringen“, bedankte sich Große Brömer für die vielen Hinweise aus den Schulen in Oberhausen und Dinslaken.

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